Gilera ist in Italien einer der ältesten Motorradhersteller.
Geschichtlich liegt die Entstehung der Firma in den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts. So lag die erste Entwicklung von Giuseppe Gilera, die VT 317, im Jahr 1909. Dieses Modell war mit einen von ihm selbst entwickelten Einzylindermotor, welcher 7 PS hatte, versehen. Eingesetzt war das Ganze damals noch einen Fahrrad ähnlichen Rahmen. Der so neu entwickelte Maschinentypus wurde in der Folgezeit sehr häufig für Rennveranstaltungen benutzt.
Während Gilera in den folgenden Jahren mit dem Ausbau der Fabriken in Mailand zu kämpfen hatte, verpasste er die Entwicklung des Vierzyliders vollkommen. Jedoch schlug er 1934 zu und kaufte die von CNA entwickelten Motorradprojekte. Der an diesen Projekten beteiligte Piero Taruffi sattelte mit diesen ebenfalls zu Gilera um. Und bekam so die Möglichkeit weiterhin unter sehr viel professionelleren Bedingungen an den Projekten zu arbeiten. Auf diese Weise erhielten Fahrwerk, Motor und Getriebe weitere Verbesserungen. Ergebnis war die Rondine, welche von 1935 bis 1937 den Geschwindigkeitsrekord von 244 km/h hielt. Allerdings wurde diese Entwicklung zu diesem Zeitpunkt vorerst durch den Zweiten Weltkrieg gestoppt.
Aber auch in den Nachkriegsjahren dominierten die 500er Vierzylinder die Königsklasse. Es kam jedoch zu einem Verbot der Ladersysteme und so kam es zu einer vollkommenen Neuentwicklung. Diese gelang außerordentlich gut, so dass Gilera in den kommenden Jahren sechs von sieben GP Weltmeistertitel einfahren konnte. Später wurde diese Vierzylinder-Technologie von MV Agusta erworben und gelang mit dieser Firma endlich zu absoluten Weltruhm.
Erst in den kommenden 80er Jahren wurde Gilera durch Piaggio neu zum Leben erweckt. Eingeläutet wurde dieser Neubeginn mit Erschaffung eines innovativen Einzylindermotors, welcher Vierventiltechnik und Wasserkühlung besaß. Zudem verfügte er als einziger Serienzylinder dieser Zeit über einen Zylinderkopf, welcher mit zwei Nockenwellen ausgestattet war. Woraufhin eine 350 cm³ Motorversion fertiggestellt wurde. Dieser Motor fand als erstes beim Bau der Enduro Dakota 350 seine Verwendung. Folgende Versionen fanden mit 560 cm³ Verwendung beim Bau der RC 600 Enduros.
Für die Wiederauflage der bekannten Saturno kann der aus Japan stammenden Handelsgesellschaft C. Itoh & Co. Verdankt werden. Diese wollte ihren Kunden ein spezielles Motorrad aus europäischer Herstellung anbieten. An der Entwicklung dieses Modells war vor allem Sandro Colombo beteiligt. Er war in den 50er Jahren in der Rennabteilung von Gilera als Chefingenieur tätig. Das Modell wurde jedoch zu Beginn ausschließlich für Japan gebaut. Allerdings lediglich mit Hubraum von 350 cm³, da in Japan eine Hubraumbeschränkung von 400 cm³ existiert. Nach einiger Zeit war die Saturno jedoch auch auf den Markt in Europa erhältlich. Es wurde hierfür aber mit einem leistungsstärkeren 500-cm³-Motor versehen.
Überdies baute Gilera als erste Firma die Funbikes in Serie. Heute allerdings werden vor allem Kleinkrafträder und Roller unter diesem Namen verkauft.
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